Welche Seite im Bernina Express: Der praktische Sitzplatzratgeber

Die kurze Antwort: Es hängt von Ihrer Reiserichtung ab

Der Bernina Express verkehrt zwischen Chur oder St. Moritz in der Schweiz und Tirano im Norden Italiens und überquert dabei die UNESCO-gelistete Rhätische Bahn durch einige der dramatischsten Gebirgslandschaften Europas. Die Strecke ist keine gerade Linie, der Zug kurzt, wendet und spiralt sich durch die Alpen, weshalb die beste Seite für Ausblicke je nach Reiserichtung und den Sehenswürdigkeiten, die Ihnen am wichtigsten sind, wechselt.

Auf der Fahrt von St. Moritz nach Tirano lautet die Faustregel: rechts sitzen. So haben Sie beim Abfahren von Pontresina den besten Blick auf den Morteratschgletscher, und Sie erhalten einen hervorragenden Aussichtspunkt über den Lago Bianco am Berninapass, dem höchsten Punkt der Strecke auf 2.253 Metern. Der See liegt direkt neben den Gleisen und füllt bei klaren Bedingungen nahezu Ihr ganzes Fenster aus.

Wenn Sie von Tirano nach St. Moritz fahren, kehren Sie die Logik einfach um und nehmen die linke Seite. Dieselben Sehenswürdigkeiten erscheinen, nur aus dem entgegengesetzten Blickwinkel. Manche Reisenden bevorzugen diese Richtung sogar, weil der Aufstieg zum Berninapass allmählicher wirkt und sich die Aussichten langsam aufbauen, bevor sich das dramatische hochalpine Plateau zeigt.

Eine Sehenswürdigkeit, die besondere Aufmerksamkeit verdient, ist das Brusio-Kreiskehrviadukt am italienischen Ende der Strecke. Diese kreisförmige Steinbrücke führt den Zug in einer Schleife um sich selbst, um einen steilen Abstieg ohne herkömmliche Kehren zu bewältigen. Von beiden Zugseiten erhalten Sie einen teilweisen Blick, aber wer auf der Fahrt von St. Moritz nach Tirano links sitzt, hat die klarste Sicht auf die gesamte Spirale, während der Zug sie umrundet. Das dauert nur wenige Minuten, also halten Sie Ihre Kamera bereit, bevor Sie den Bahnhof Brusio erreichen.

Praktische Tipps für den besten Sitzplatz

Sitzplatzreservierungen im Bernina Express sind Pflicht und sind schnell ausgebucht, besonders zwischen Juni und Oktober. Buchen Sie so früh wie möglich und fordern Sie bei der Reservierung ausdrücklich einen Fensterplatz auf Ihrer bevorzugten Seite an. Die Panoramawagen haben extra große Fenster, die leicht geneigt sind, was Blendung reduziert und das Fotografieren deutlich einfacher macht als in einem normalen Zugwagen.

Vermeiden Sie nach Möglichkeit Sitzplätze direkt neben den Übergangsbereichen zwischen den Waggons. Die Sicht von diesen Positionen wird durch die Waggonwände und die Übergangsstruktur teilweise verdeckt. Fensterplätze in der Mitte des Waggons bieten in alle Richtungen die klarsten Sichtlinien.

Morgenliche Abfahrten bieten in der Regel besseres Licht für Fotos, besonders für die Gletscherabschnitte, wo grelles Nachmittagslicht Schnee und Eis zu einem weißen Einheitsbrei verflachen kann. Die Abfahrt um 9:00 Uhr ab St. Moritz erreicht den Berninapass etwa gegen Mittag, was im Frühling und Frühsommer, wenn das Licht länger weich bleibt, für Fotos noch gut funktioniert.

Wenn Sie einen Tagesausflug mit dem Roten Bernina-Zug ab Mailand planen, fahren Sie in Richtung Norden nach St. Moritz, also bevorzugen Sie die linke Seite für den Blick auf den Gletscher und den Hochpass. Wer den Bernina mit einem umfassenderen Schweizer Bahnabenteuer verbindet, könnte auch eine Schweizer Alpenbahnreise ab Zürich mit dem Glacier Express in Betracht ziehen, um ein vollständiges Bild des alpinen Bahnreisens zu erhalten. Wer mehr Flexibilität und ein maßgeschneidertes Erlebnis wünscht, kann mit einer privaten Bernina-Zugstour ab Mailand oder St. Moritz die Reise nach dem besten Licht und den gewünschten Stopps planen, anstatt an einen festen Fahrplan gebunden zu sein.

Für welche Seite Sie sich auch entscheiden, der Bernina Express belohnt gute Vorbereitung. Etwas Planung vor dem Einsteigen macht den Unterschied zwischen einem hastigen Blick und dem entspannten Erleben einer der großen Alpenreisen direkt vor Ihrem Fenster.

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